Videokonferenzen des AK LeLe (*samt Berichten von allen bisherigen Sitzungen*)

Liebe Fachschaften, liebe StuRa-Aktive,

wir als AK Lehre und Lernen (AK LeLe) haben uns vor einigen Wochen Gedanken darüber gemacht, welche Herausforderungen sich unseren Studierenden jetzt und in den nächsten Monaten stellen und wie wir helfen und unterstützen können. Wir haben uns entschieden, themenbezogene Videokonferenzen abzuhalten.

Wichtig ist uns, dass wir möglichst viele Studierende aus unterschiedlichen Fächern beteiligen, weil sich je Fach andere Herausforderungen stellen. Daher möchten wir hiermit alle einladen und ermuntern, sich an den folgenden Videokonferenzen zu beteiligen. Das, was dort besprochen wird, wird direkt mit der Prorektorin für Lehre bzw. anderen Zuständigen rückgekoppelt.

** Hier findet ihr die Materialien für die Konferenzen **

Wenn ihr Interesse daran habt, an den Videokonferenzen teilzunehmen, schreibt uns!
[Die Kamera-Funktion könnt ihr übrigens natürlich auch ausstellen 😉]

» Termin der nächsten Videokonferenz: Montag (27.04.), 18 Uhr «


Bericht von der 5. VidKo am 07.04. (Schwerpunkt: Austausch der Fachschaften)


Zeitweise waren bis zu 44 Teilnehmer*innen am Start!


1. Allgemeine Informationen des Referenten für Lehre und Lernen

Die Lehre im SoSe muss und wird digital stattfinden. Die Uni stellt ein neues, umfangreiches Moodle, heiCONF (Videokonferenz) und Microsoft Teams zur Verfügung. Prinzipiell sollen alle Veranstaltungen asynchron stattfinden. Das bedeutet, dass Videos aufgenommen, auf Moodle hochgeladen und jederzeit von den Studierenden angeschaut werden können. Synchrone Veranstaltungen – also Live-Streams – sollen nur dann verwendet werden, wenn es wirklich nicht anders geht. Letztendlich obliegt es den Dozierenden selbst, wie genau sie ihre Veranstaltungen ausgestalten und welche Tools sie dafür verwenden.

In Bezug auf Prüfungen wird es eine ergänzende Prüfungsordnung geben, in der z.B. die Möglichkeit eröffnet wird, Prüfungen per Videokonferenz abhalten zu können. Der Hintergrund dessen ist, dass dann die Fächer nicht alle ihre Prüfungsordnungen ändern müssen, was einen hohen Aufwand und eine hohe Zeitverzögerung bedeuten würde. Die ergänzende Prüfungsordnung soll bis Ende April verabschiedet sein und ab dann gelten.

Hiwi-Verträge können weiterhin geschlossen werden.

Wenn Fachschaften die QSM anders ausgeben möchten, weil manche Verwendungen nun obsolet sind, dann können sie das tun. Mehr dazu erfahrt ihr hier: https://www.stura.uni-heidelberg.de/vs-strukturen/referate/qsm/

2. Austausch der Fachschaften zu Gremien und ausfallenden Veranstaltungen

In einem Rundlauf wurde aus den einzelnen Fachschaften berichtet. Hier zeigte sich, dass die Situation sehr unterschiedlich ist: in vielen kleinen Fächern tagen weder die Institutsgremien noch die Fachschaft und einen Austausch im Fach gibt es erst seit Anfang April. Doch auch die meisten Fakultätsräte tagen nicht. Die Informationsweitergabe in die Fächer ist auch oft schleppend angelaufen. Teilweise haben Fachschaften die Information der Studierenden übernommen.

In Ägyptologie, Alter Geschichte, American Studies, Anglistik, Chemie,  Germanistik, Geschichte, Informatik, Mathematik, Kunstgeschichte, Molekulare Biotechnologie, Pharmazie, Philosophie haben weder Gremien noch die Fachschaftsräte getagt. In Jura hat aber beispielsweise die Studienkommission per Videokonferenz getagt, in Physik der Prüfungsausschuss. Ganz anders in der Theologie und Geographie, dort finden Gremiensitzungen inzwischen virtuell statt und die Fachschaft ist in den Informationsfluss eingebunden. Gut eingebunden ist die Fachschaft auch in der Informatik, Mathematik, Physik, Theologie – auch die Weitergabe von Informationen an die Studierenden funktioniert inzwischen. In diesen Fächern tagen auch die Fachschaften virtuell.

Trotz fehlender Informationen in vielen Fächern, informieren einige Fächer intensiv: in American Studies wurden zum Beispiel die Studierenden schon frühzeitig informiert – da die Studierenden ihre Veranstaltungen in vielen anderen Fächern wie Anglistik oder Politik besuchen müssen, besonders wichtig. Ein weiteres Problem ist, dass viele Studierende des Faches im Moment nicht in Deutschland sind. Auch in Anglistik, Jura oder Germanistik sind die Homepages aktuell und bieten eine Übersicht, was stattfindet und was ausfällt. In Germanistik, Pharmazie, Geographie oder Molekularer Biotechnologie werden die Studierenden intensiv per Mail informiert, auch in kleinen Fächern Südasienwissenschaften klappt die Infoweitergabe vom Institut an die Studierenden. In der Byzantinisitk hat die Fachschaft die Studierenden informiert, dort wie auch in der Geographie fallen die fürs Studium wichtigen Exkursionen aus.

Dramatisch ist die Situation in der Chemie, wo viele Praktika abgebrochen werden mussten und noch völlig unklar ist, wie es weitergeht – die ausfallenden Praktika sollen später nachgeholt werden, aber da es gerade auch keine Lösungsmittel gibt, würde eine Aufhebung der Kontaktsperre hier auch nicht weiterhelfen. Auch in Molekularer Biotechnologie ist unklar, wann es in den Laboren weitergeht. In Physik fallen auch Praktika aus, erste wurden aber bereits auf digitale Formate umgestellt. Von anderer Dramatik ist die Lage in der Philosophie, wo der Inhaber der letzten Professur kurz vor der Corona-Pandemie verstarb und nun ein emeritierter Professor für die Institutsleitung aus dem Ruhestand geholt wurde.

In vielen Fächern, in denen das Studum zum SoSe begonnen werden kann, ist noch unklar, wie die Erstis eingeführt werden oder wie die Fachschaft den Erstis Infos zukomen lassen können. In Geschichte ist der Infofluss gut, in der Online-Ersti-Einführung konnte sich auch die FS vorstellen.

Nachschreibeklausuren sind in vielen Fächern angekündigt, weitere Infos gibt es aber oft nicht. So halten sich in der Informatik Prüflinge fit – aber ärgerlicherweise finden die Prüfung dann doch nicht statt. In der Geographie finden fallabhängig weiterhin Prüfungen statt, in Mathematik sollen Bachelor-Prüfungen per Video stattfinden. In Pharmazie fallen die Staatsexamensprüfungen aus, hier sucht der Bundesverband der Pharmaziestudierenden eine Lösung, da die Prüfungen bundesweit geregelt sind. In vielen Fächern sind die Abgabefristen fürs WiSe verschoben worden. In VWL sollen Klausuren im Mai stattfinden, das Problem wird allerdings sein, was ist mit denjenigen ist, die nicht zur Klausur kommen können oder keinen guten W-Lan zugang haben, um sich zu informieren. Experimentelle Bachelorarbeiten in Molekularer Biotechnologie fallen dort aus, dafür sind nun alternativ auch theoretische Bachelorarbeiten möglich.

Viele Veranstaltungen fallen aus, zugleich wird aber wie in Kunstgeschichte oft rasch ein neues Angebot zusammengestellt. In Jura will die Fakultät zum Ausgleich mit anderen Fakultäten koopierieren und z.B. aufgezeichnete Vorlesungen austauschen. Für digitale Tutorien wurden in Molekularer Biotechnologie über QSM Graphik-Tablets für Tutor*innen beschlossen.

Anregungen für die digitale Lehre findet ihr auch in der Dokumentation der E-Learning-Challenge, die die FSen Mathe, Informatik und Physik mit organisierten: https://elearning.mathphys.info/

3. Austausch unter geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern

Am Austausch der Fachschaften aus dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich waren die Fachschaften Ägyptologie, American Studies, Alte Geschichte, Anglistik, Byzantinische Kunstgeschichte, Germanistik, Geschichte, Jura, Kunstgeschichte, Philosophie, SAI und VWL beteiligt. Es lassen sich unter den Fachschaften große Differenzen bzgl. der Eingebundenheit im Prozess für das kommende digitale Semester feststellen. In vielen Fachschaften bestehen Bedenken hinsichtlich von Kompetenzen / Ausrüstung von sowohl Kommiliton*innen aus den Fächern, als auch Dozierenden. Es wird empfohlen, sich früh genug beständig bei den Fächern und Instituten nach dem aktuellen Stand zu erkundigen und auch auf die korrekte Abrechnung des Lehrdeputats zu achten. In einigen Fächern gibt es wohl auch Lehrende, die sich partout weigern ihr Lehrangebot im digitalen Kontext durchzuführen, anderswo fallen aufgrund der Machbarkeit viele Veranstaltungen aus. Es werden mögliche soziale Druckmittel (funktionsfähige digitale Lehre an gleichen Fakultäten umliegender Hochschulen / anderen Fächern mit vergleichbaren Veranstaltungsformen), sowie rechtliche Druckmittel besprochen (Studierbarkeit des Fachs, Lehrdeputat des Dozierenden). Diese Mittel sollen allerdings nur für den Notfall angewandt werden, Ziel soll es sein, in einem gemeinsamen Prozess mit dem Fach / Institut als Fachschaft unterstützend im Digitalisierungsprozess mitzuwirken. Da in vielen Fächern auch Kooperationen hinsichtlich Lehrangebot mit anderen Hochschulen/Universitäten denkbar sind, sollen auch diese durch die jeweiligen Fachschaften angeregt werden.

4. Austausch unter naturwissenschaftlichen Fächern

Am Austausch der Fachschaften aus dem naturwissenschaftlichen Bereich waren die Fachschaften Chemie, Molekulare Biotechnologie, Geographie, Pharmazie, Physik und Mathematik beteiligt.

Anstehende Klausuren und Nachklausuren werden sehr unterschiedlich gehandhabt, teils gibt es zentrale fachweite Ankündigungen, teils fehlen diese komplett, sodass Dozierende bereits von sich aus Termine für Nachklausuren angekündigt haben.

Mündliche Prüfungen wie z.B. Bachelorkolloquien werden in einigen Fächern bereits per Videokonferenz abgenommen, auf die Anwesenheit einer neutralen Kontrollperson, welche die Identitätsfeststellung vornimmt wird dabei verzichtet.

Für die NaWi-Fächer interessant ist insbesondere die Fortführung von Praktika, einige könnten wohl online stattfinden. Teilweise gibt es ganz basale Probleme aufgrund externer Faktoren wie der aktuellen Knappheit von Laborutensilien. Begrüßt wurde die Idee von der Fortführung von Praktika mit einer reduzierten Anzahl Personen, falls eine teilweise Wiederöffnung der Universität erfolgen sollte, mit einem Vorrecht für die Studierenden bei denen der Abschluss des Praktikums dringlicher ist. Dieses Vorgehen würde größere Betreuungskapazitäten in Anspruch nehmen.


Sammelbericht von der 2. bis 4. VidKo am 28.03., 31.03. und 04.04. (Schwerpunkte: Prüfungen im WiSe 19/20 & SoSe 20, Austausch unter den Fachschaften sowie das Digitale Semester)

Dieser Bericht fasst grob thematisch zusammen, was auf den verschiedenen Treffen angesprochen wurde. Eine aktuellere Aufbereitung der Diskussion findet ihr in den Präsentationen, die auf Grundlage der Diskussionen erstellt wurden.

» Allgemeines

• Oft muss die FS einspringen, weil die Institute nicht auf Mails antworten, aber die FS hat auch keine Antworten. Die Institute wissen offenbar nicht immer, dass sie alle Studierenden über das URZ per Mail anschreiben könnten
• es ist ein großes Problem, dass in den vielen Fächern Informationen nicht bei den Lehrenden ankommen – gerade jetzt zeigen sich die Schwächen der Heidelberger Kommunikationsstrukturen
• Moodle wurde aktualisiert und ist nun besser als im letzten Semester
• Die Hochschulen haben Spielraum, wie sie das online-Semester nutzen – diesen Freiraum sollten sie nutzen und nicht immer auf Anweisung von oben warten
• Im Moment gehen die Zusagen an diejenigen raus, die ein Auslandssemester machen, da ist nichts rausgegangen bisher => wir sollten nachfragen in der Univerwaltung
• Prüfungen sollen aufs Ende des Semesters gelegt werden und auch möglichst digital stattfinden => nicht gut, wg. Prüfungshäufung und weil nicht alles digital geht
• In einigen Fächern wird das Lehrangebot eingedampft um Synergien zu haben, das wirft für einige Leute die gesamte Studienplanung durcheinander
• Was ist mit ausgefallenen Veranstaltungen, Blockseminaren und Pflichtpraktika des Wintersemesters? Unklar, aber in den Naturwissenschaften wird verzweifelt versucht, Lösungen – und teilweise Lösungsmittel zu finden (denn an denen fehlt es auch…)
• Fächern ist offenbar nicht bekannt, dass sie über das URZ alle Studierenden anschreiben können
• Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung eigentlich auf die Deputatsstunden?

» Abhalten/Verschieben von Prüfungen

• die Lage in den Fächern ist unklar, man weiß oft nicht, was in den einzelnen Fächern läuft, nicht immer Infos auf der Homepage der Fakultät bzw. der Fächer, nur in einigen Fächern gab es Infomails und diese gingen nicht an alle Studierenden
• in einigen Prüfungsausschüssen wird über eine neue Rahmenprüfungsordnung (RPO) für die Zeit der Kontaktsperre diskutiert, die mehr Alternativen ermöglichen soll, wenn die eigentliche PO nicht genug hergibt
• die meisten Prüfungen verschieben sich immer weiter – die Leute lernen und lernen aber weiter und haben immer mehr ausstehende Prüfungen – sie werden die Prüfungen aber nicht alle auf einmal ablegen können. Wenn es dumm läuft, haben sich am Ende vom Sommersemester Prüfungen von zwei Semestern aufgebaut
=> es muss auch das Ansammeln von Prüfungslast verhindert werden!
• In Chemie ist zwar alles ausgesetzt, aber man kann sich weiterhin anmelden zu Prüfungen…

» Was sollte bei Prüfungen/Leistungsnachweisen beachtet werden?

• Ministerien und Landesregierungen („die Politik“) haben durch entsprechende Beschlüsse bereits viel festgelegt – z.B. dass 30 Punkte gemacht werden müssen und dass Prüfungen stattfinden müssen – es gibt aber immer noch Gestaltungsräume für die Uni, die sollten sie nutzen und nicht nur den Schwarzen Peter dem Land zuschieben – aber in vielen Dingen muss man daher jetzt auch von den Ministerien Regelungen einfordern, die Unis sind gewohnt, Anweisungen von oben zu bekommen und umzusetzen… – gerne jetzt Druck aufs Ministerium machen, aber auch gucken, was man vor Ort machen kann
• Es muss viele Prüfungstermine geben, mehr als vorgesehen, damit Überschneidungen vermeidbar sind und die Prüfungslast sich verteilt
• Vor allem die, die im Sommer fertig werden wollten mit dem Studium, sollten bevorzugt werden bei Prüfungen/Zulassung zu Veranstaltungen
• Kann man Klausuren online zuhause schreiben? es gibt schon jetzt Klausuren, zu denen man Materialien mitnehmen kann und man kann auch in Sprachklausuren Übersetzungen oder andere Hilfsmittel mitnehmen – und dennoch etwas abprüfen und bewerten – d.h. anstatt komplizierter Verfahren, um Klausuren zu verschieben und dann mit großem Aufwand durchzuführen, sollte man über alternative Prüfungsformate nachdenken oder Klausuren zuhause zulassen (es können aber nicht alle schnell genug tippen).
• Manchmal sind Klausuren ein sinnvolles Format für die Prüfung bestimmter Kompetenzen, da gibt es kein Ersatzformat. Bei einer Klausur sind alle Hilfsmittel vorher geklärt und alle nutzen die gleichen Hilfsmittel, dadurch ist die Vergleichbarkeit gegeben.
• Kann man eine Klausur durch eine andere Prüfungsform ändern? Das hängt davon ab, was geprüft werden soll. Wenn dieselben Kompetenzen auch in einem anderen Prüfungsformat abprüfbar sind, ist Ersatz möglich.
• Die Fächer sollten sich erst mal überlegen, worum es in der Prüfung eigentlich geht und dann überlegen, ob es in der bestehenden Prüfungsordnung dafür nicht schon Umsetzungsmöglichkeiten gibt oder ob es sinnvolle Alternativen gibt. Es hilft nichts, wenn man Regelungen für mündliche Prüfungen hat, aber für die zu prüfenden Kompetenzen mündliche Prüfungen ungeeignet sind.
• Wenn man vom Klausurformat wegkommt und andere Prüfungsformate wählt, ist das in einigen Fällen auch unabhängig von Corona ein Fortschritt. Es kann aber auch sein, dass elektronische Prüfungsformate sinnnvoller sind als die bisherigen – auch das wäre eine Chance für neue Prüfungsformen.
• In VWL gibt es take-home-Examen: als Klausur-Ersatz ist sowas aber anfechtbar, da nicht alle unter den gleichen Voraussetzungen an der Aufgabe arbeiten (beim take-home-Examen sind die Fragestellung und die zur Verfügung gestellte Zeit veränderbar) – aber man kann auch bei einem solchen Format Kompetenzen prüfen; Hilfen von Außen kann man auch bei anderen Formaten wie Hausarbeiten bekommen – man müsste stärker gucken, was es für Aufgaben sind – Betrugsmöglichkeiten sind immer gegeben…
• wie ist es bei Praktika – wie sollen dort Prüfungen stattfinden, wenn z.B. der Grad der Reinheit bei einem Experiment bewertet wird? Das geht einfach nicht online

» Digitale Lehre

• Es heißt immer wieder, dass asynchrone Lehre das Semester bestimmen soll – d.h. es müssen nicht alle zu einer bestimmten Zeit online und präsent sein. Synchrone Lehre hat aber oft Vorteile, weil man geschütztes Material zum Beispiel synchron online zeigen kann (z.B. in Musik), aber man hat dann mehr traffic…
• Es gibt oft verschiedene Grade von Digitalisierung, was Gleichzeitigkeit oder Formen der Interaktion betrifft: z.B. bei Vorlesungen: aufgezeichnete Vorlesung zum später gucken, Live-Vorlesung mit Nachfragen im Chat und noch weitergehende interaktive Formate
• Technik ist nicht gleich Didaktik: eLearning heißt nicht, dass man Lehre machen kann, wenn man das technisch auf die Reihe bekommt, digitale Lehre heißt, dass man das auch didaktisch anders aufbereiten muss. Es geht um mehr als „wir nehmen eine Veranstaltung einfach auf“. Auch digitale Lehre kann interaktiv sein, es gibt Tools dafür – in virtuellen Klassenräumen kann man z.B. auch seminaristisch diskutieren. Manche Sachen sind aber nur synchron sinvoll, z.B. wenn man sich austauschen muss
• Man muss Lehrenden Ängste nehmen, dass sie jetzt die Online-Lehre beim ersten Versuch perfekt machen müssen. FSen können Hilfen anbieten für die Lehrenden – erste Feedback-Runden mit der FS durchführen/organisieren oder den Lehrenden vorschlagen, den Studierenden gegenüber klarer zu kommunizieren, dass auch für die Lehrenden vieles neu ist.
• Fächer müssen sich über Hochschulstandorte hinweg vernetzen – ähnliche und gleiche Fächer sollten sich auf Landesebene austauschen – Sachen, die überall gleich sind, könnte man landesweit aufzeichnen und dann allen anderen Instituten in BaWü zur Verfügung stellen, z.B. in Jura
• Aber man solle nicht zu sehr auf best practice von außen warten, sondern vor Ort anfangen, es muss vor Vorlesungsbeginn etwas passieren, man kann das nicht in den ersten Vorlesungswochen alles lernen – man muss die Fächer nochmal drauf hinweisen, dass sie wirklich Probeläufe brauchen
• Soziale Situation beachten: nicht alle haben einen Rechner/Smartphone zuhause, es muss Alternativen für diese Leute geben, die VS hat ein paar Ausleih-Laptops.
• asynchrone Formate können technisch ein Problem werden, da nicht alle gutes Internet haben, das Problem ist, dass die Daten alle durch ein Nadelöhr müssen: das URZ. Solange nur die zwingend synchronen Formate angeboten werden, müsste es klappen, aber das kann sich rasch ändern.
• In Molekularer Biotechnologie sollen über QSM spezielle Grafik-Laptops für Tutor*innen angeschafft werden
• aufgezeichnete Vorlesungen können komprimierter werden, dann sind sie kürzer als Präsenzlehre, aber man muss z.B. Pausen machen beim Gucken.
• man kann bei Aufzeichnungen einen Probelauf machen und die ersten Aufzeichnungen probegucken und erstes Feedback geben vor der ersten öffentlichen Aufführung
• continous evaluations statt der bisherigen Evaluationsverfahren, d. h. wenn die erste Sitzung nicht gut läuft, Rückmeldung aufnehmen und gleich einfließen lassen und dann fortlaufend weiterentwickeln.
• Peer-Review-Verfahren: Lehrende besuchen einander und geben sich Rückmeldung
• Man muss nicht immer zu den analogen Formaten zurück – vielleicht die Vorlesung grundsätzlich weiterentwicklen – z.B. kürzere thematisch abgeschlossene Einheiten produzieren. Man kann auch besser differenzieren zwischen Stoffvermittlung und Anwendungs-/Übungsphasen => weg von der Zeitstruktur der 90 min und eher hin zur thematischen Struktur, z.B. mehrfach 20min-Einheiten. Das bietet didaktisch mehr Gestaltungsmöglichkeiten
• Berücksichtigen, dass Menschen mit Sehschwächen etc. berücksichtigt werden bei der Gestaltung von Videos
• Digitalisierung wird erstmal mehr Aufwand sein und eine größere Nachbereitungsphase erfordern… das muss man im Blick haben und auch Entlastungsstrategien aufzeigen. Ein Problem sind Lehrende, die einfach ein Skript online stellen und das war´s
• wir wollen nicht, dass alles aufgezeichnet wird und dann nie wieder Lehre gemacht wird, aber auch nicht, dass wir jetzt ein digitales Semester machen und danach alles vergessen, was dieses Semester läuft. Das Semester ist auch eine Chance, eine neue Lehrkultur zu entwickeln und künftig mehr digitale Formate zu nutzen

» Kann der AK LeLe etwas tun? Was sollten die Fachschaften tun?

• Wir sollten Infos für die FSen zusammenstellen zu den Herausforderungen des kommenden Semesters: Checkliste für die FSen (evtl. PPT mit Problemen, Lösungsvorschlägen und good practice-Beispielen, verschiedene Ebenen / Herausforderungen im Blick haben)
• Vorantreiben, dass die Studis an Diskussionen beteiligt werden und die Gremien einberufen werden (zumindest Diskussion per Videokonferenz und nicht nur Umlaufverfahren zu unausdiskutierten Maßnahmen). In den ersten Fakultäten tagen die Gremien per Videokonferenz oder richten Emailverteiler oder soziale Plattformen ein, das sollte man weitergeben als Anregungen. Das ist dann zwar vielleicht keine hochkorrekte Sitzung, aber man kann anschließend ein formal korrektes Umlaufverfahren anschließen. Wichtig in der aktuellen Situation ist der Austausch und die Erarbeitung mehrheitsfähiger umsetzbarer Lösungen. Das bekommt man hinterher auch formal korrekt als Eilentscheid oder Umlaufverfahren bestätigt. Der Verweis auf die Notwendigkeit rechtsicherer Verfahren darf nicht zur Entschuldigung werden, um Gremien zu umgehen => evtl. der Uni vorschlagen, dass durch eine Änderung der Verfahrensordnung rechtssichere Verfahren eingeführt werden. Für den Senatsausschuss Lehre (SAL) sollte man Videokonferenzen überlegen und den Austausch mit den mit Studiendekan*innen anregen
• Gibt es bei der Uni eigentlich eine Corona-Taskforce? Zumindest keine, in die die Studivertretung und der SAL eingebunden sind, das wäre aber hilfreich – und Diskussionen und Beschlüsse aus dieser Task-Force (oder anderen Diskussionsrunden) müssen an die Institute und FSen weitergegeben werden
• Die VS sollte einen Forderungskatalog verfassen, in dem aufgeführt wird, was wichtig ist für die Fächer und die Unileitung
• der AK Lehramt hat mit der LAK schon einen Brief ans MWK geschrieben und auf erste Probleme bei den landesweiten Staatsexamensprüfungen hingewiesen. Die Uni muss teilweise für ähnliche Probleme Lösungen finden und man sollte sie darauf hinweisen (Stichwort: auslaufende Prüfungsordnungen)
• es gibt ein Uni-FAQ;  => da fehlt noch einiges => Rückmeldung dazu hier sammeln: https://pad.stura.uni-heidelberg.de/p/FAQ-Uni
• die FSen in Heidelberg, die sich fachlich nahe sind, sollten sich vernetzen untereinander und austauschen
• Die Orientierungsveranstaltungen werden alle wohl digital stattfinden und dann sollten die FSen auch Präsentationen erstellen und zusehen, dass diese auch online gestellt werden.

» Interessante Links

• Forderungen und Vorschläge, wie studentische Mitgestaltung von digitaler Lehre gelingen kann, finden sich im Hochschulforum Digitalisierung
• Das Institut für Bildungswissenschaft hat eine Tool-Sammlung erstellt
• Das eLearning-Center hat auch Infos auf seiner Seite (und auch speziell für Studierende)
• es wird ein neues Moodle geben => mit direktem Zugang zu heiconf, darüber kann man Leute in die Videokonf einladen
E-Learning-Challenge MathPhysInfo
• für Geisteswissenschaften: hier können Lehrende sich ein virtuelles Lab einrichten, damit muss man nicht selber Programme auf dem Laptop installieren
Avoiding Nightmares in Teaching Digital Methods
Guidelines für Videoprüfungen in der Physik


Bericht von der 1. VidKo am 24.03. (Schwerpunkt: Soziale Fragen, HiWi-Verträge, BAföG)

Am Dienstag, den 24. März fand zwischen 16:00 und 18:45 Uhr die erste der Schwerpunkt-Videokonferenz des AK Lehre und Lernen (LeLe) statt. Thema war die soziale Dimension – vor allem Hiwi-Verträge und BAföG – und  was damit zusammenhängt. An der VidKo nahmen auch die Sozialreferent*innen und ein Mitglied des Vorstands der Landesstudierendenvertretung teil.



Hier eine kurze Zusammenfassung dessen, worüber gesprochen und beraten wurde:

» HiWi-Verträge

Es gibt ein Rundschreiben der Uni, wonach grundsätzlich keine neuen HiWi-Verträge geschlossen werden sollen. Neuverträge sollen nur bei Projektmitteln (Drittmitteln) geschlossen, ansonsten bestehende Verträge verlängert werden. Unklar ist, ob das von der Uni oder vom Land ausgeht.

Das ist aus unserer Sicht problematisch:

  1. Drittmittelstellen sind eher in der Forschung angesiedelt. In vielen Fällen ist der Besuch von Lehrveranstaltungen nicht möglich ohne die Unterstützung durch Hiwis (wie z.B. Tutor*innen). Auch – gerade – ein digitales Semester muss vorbereitet werden, und zwar jetzt.
  2. Wer mit einem Vertrag gerechnet hat, kann sich jetzt nicht mehr finanzieren. Warum sollen die Leute bevorzugt werden, deren Vertrag über Projekte läuft? Was kann man dagegen tun? Kann man über Drittmittel Verträge schließen und hinterher auf Institutsmittel umbuchen?
  3. Das betrifft auch Qualitätssicherungsmittel (QSM), die ab 1. April laufen, und auch dort Neuverträge. Ein Spezialproblem sind z.B. Mittel für Bibliotheksaufsichten, weil die Bibliotheken gerade geschlossen haben. QSM verfallen aber, wenn sie nicht abgerufen werden, und sind zweckgebunden. Man kann sie nicht so einfach umwidmen.

Einstellungen für April klappen vermutlich aber ohnehin bald nicht mehr, da die Verträge nicht mehr rechtzeitig ans LBV kommen und in der Verwaltung auch viele Leute aufs Homeoffice umgestiegen sind. Es hängt auch sehr von den Instituten ab. Dort sitzen teils Notdienste, die nicht unterschriftsberechtigt sind.

Wir fragen uns, warum nicht hier, wie in anderen Bereichen, flexibel mit der Situation umgegangen werden und ggf. auf Originalunterschriften verzichtet werden kann. Wenn die Verträge nicht klappen, bricht die Lehre zusammen. Das scheint nicht allen klar zu sein…

  • Wie sieht es in anderen Städten/Bundesländern aus? – zuständigen Stellen sollten kontaktiert werden
  • Bei der Videokonferenz am Samstag soll bei den FSen nachgefragt werden, wie es bei ihnen aussieht.
  • Kann das Land evtl. die Laufzeit der QSM verlängern. FSen sollen informiert werden, wie man QSM ggf. umwidmen kann.
  • Wie sieht es eigentlich beim StuWe aus mit den Verträgen?

» BAföG

Aktuell ist die Entwicklung noch sehr dynamisch und es gibt widersprüchliche Informationen. Was vom Ministerium kommt, ist noch vage, z.B. in der Corona-Pressemitteilung vom 13. März. Demnach wird BAföG gezahlt, auch wenn kein Lehrbetrieb stattfindet. Allerdings ist unklar, was ist, wenn es Online-Angebote gibt: Muss man die nutzen? Was ist, wenn man sie technisch nicht nutzen kann? Oder wenn man weniger Leistungen erbringen kann als vorgesehen – wird dann das Semester voll gezählt oder anteilig? Und wer soll den Verwaltungsaufwand stemmen, das zu prüfen? Erste Erfolge gibt es aber auch: Corona-Dienste von Medizin-Studierenden [LINK] werden nicht, zumindest nicht voll, aufs BAföG angerechnet. (Die Website des Heidelberger Studierendenwerks ist übrigens noch nicht sehr aktuell, das könnte verbessert werden. – Update: StuWe hat aktualisiert)

» Prüfungen

Natürlich kam auch das Thema Prüfungen auf – auch wenn das eigentlich erst in der Videokonferenz am Samstag um 16:00 Uhr Thema sein wird. Gerade im Zusammenhang mit dem BAföG stellte sich die Frage, was mit den Bereichen ist, in denen keine digitale Lehre möglich ist. Viele Praktika in den Naturwissenschaften kann man nicht online durchführen – und einige Lehrende können ihre Lehre auch nicht von heute auf morgen online anbieten.

Während man fürs BAföG bundesweite Regelungen treffen könnte, sind viele andere Sachen nicht zentral geregelt. So sehen einige Prüfungsordnungen der Uni Heidelberg vor, dass man den Prüfungsanspruch verliert, wenn man die Prüfungen nach einer bestimmten Zeit nicht ablegt, z.B. in Chemie. Andere Prüfungen sind landes- oder bundesweit geregelt.

Man kann auch nicht erwarten, dass alle über die technischen Voraussetzungen verfügen, an einer Online-Veranstaltung teilzunehmen. Gleichermaßen kann man auch nicht ohne weiteres von Präsenz-Studierenden verlangen, sich vollends auf eine Online-Lehre umzustellen. Dann hätten sie sich ja gleich an einer Fern-Uni einschreiben können…

Es wäre einfacher, das Sommersemester 2020 pauschal nicht anzurechnen – und sich zu freuen, wenn viele Leute dennoch Punkte machen können. Das nächste Semester darf und soll niemandem Schaden bringen.

Ein Problem sind Kurse, die nur jahresweise bzw. nur im Sommersemester angeboten werden. Das muss durch Zusatzangebote im Wintersemester aufgefangen oder bei Fristen berücksichtigt werden. Auch hier sind Naturwissenschaften oder Sprachen vermutlich härter betroffen als Fächer, die eher „buchlastig“ sind.

In Medizin wird es Änderungen geben, vor allem, dass die Leute schnell in die Praxis gehen (siehe etwa hier).

Es sollte vor allem denen geholfen werden, die fertig werden wollen. Wenn es also z.B. zu wenig Plätze in Kursen gibt oder Praktikumsplätze wegfallen, dann sollten diejenigen, denen womöglich nur noch ein Kurs fehlt, vorrangig in diese Kurse kommen.

Freilich dürfen die Probleme und die Tatsache, dass das Semester nicht gewertet wird, nicht als Entschuldigung dazu dienen, dass sich Lehrende zurückziehen und sich nicht um Digitalisierung kümmern.

Zum Austausch von Anregungen zur digitalen Lehre ist der Austausch, auch auf Landesebene, zwischen Hochschulen und Fächern wichtig.

Auch hier ist der Infofluss in den Fakultäten sehr unterschiedlich.

» Sonstiges

  • Offenbar gibt es Arbeitgeber*innen, die problematische Auflösungsverträge machen.
  • Das Notlagenstipendium des StuRa kann derzeit digital beantragt werden. Allerdings kann das Notlagenstipendium nur vorübergehend gezahlt werden.
  • Die Rechtsberatung des StuRa kann telefonisch in Anspruch genommen werden.
  • Es soll eine weitere Videokonferenz zur Situation der ausländischen Studierenden geben.
  • Die Studiengebühren für Internationale Studierende werden evtl. ausgesetzt.

» Interessante Links


Wenn ihr noch mehr Infos und mitdiskutieren wollt
Falls wir euer Interesse geweckt haben, findet ihr uns zu den Sitzungsterminen
Liebe Grüße und viel Gesundheit wünscht