Videokonferenzen des AK LeLe (*inklusive Update vom 24.03.*)

Liebe Fachschaften, liebe StuRa-Aktive,

gerade wirbelt ein Virus nicht nur das Immunsystem der Uni durcheinander! Einige Studierende haben in ihrem Umfeld Menschen, die erkrankt sind; Fristen verschieben sich oder nicht, es fallen Jobs weg, Veranstaltungen im nächsten Semester sollen möglichst online stattfinden…

In einer Videokonferenz haben wir vom AK Lehre und Lernen (AK LeLe) uns kürzlich Gedanken darüber gemacht, welche Herausforderungen sich unseren Studierenden jetzt und in den nächsten Monaten stellen und wie wir helfen und unterstützen können.

Wichtig ist uns, dass wir möglichst viele Studierende aus unterschiedlichen Fächern beteiligen, weil sich je Fach andere Herausforderungen stellen. Daher möchten wir hiermit alle einladen und ermuntern, sich an den folgenden Videokonferenzen zu beteiligen. Das, was dort besprochen wird, wird direkt mit der Prorektorin für Lehre bzw. anderen Zuständigen rückgekoppelt.

** Die Kamera-Funktion könnt ihr natürlich auch ausstellen 😉 **


1. Die Termine und Schwerpunktthemen unserer nächsten Videokonferenzen

# Sa, 28.03., 16:00 – Schwerpunkt: Digitales Semester

Die Lehrveranstaltungen sollen stattfinden, heißt es allerorten allerdings online. Doch was ist gute online-Lehre?
  • Reicht es, die Bücher in Moodle zu stellen und am Ende des Semesters eine Klausur zu schreiben?
  • Wie kann man bei asynchroner digitaler Bereitstellung der Veranstaltung Fragen stellen und wie werden sie beantwortet? Welche spezifischen Herausforderungen stellen sich bei welchen Veranstaltungsformen?
  • Wie kann man im Sprachunterricht online-Lehre ersetzen? 
  • Wird in eurem Fach überhaupt schon darüber diskutiert? Was können Fachschaften tun, damit die Entwicklungen auch im Sinne der Studierenden geschehen?

# Di, 31.03., 16:00 – Austausch unter den Fächern: Was läuft wo wie und wie gut? Gibt es Anregungen für andere Fächer?

Damit ihr vorher in den Fächern/Instituten/Fakultäten nachfragen könnt, ist dieser Termin erst Ende des Monats. Wir hoffen, dass ihr euch im Vorfeld untereinander in euren Fächern, Fakultäten oder Instituten vernetzt und bis zum 31.3. erste Erfahrungen und gute Ideen gesammelt haben, die man austauschen kann.
  • Wie wird in euren Fächern disktiert, was nächstes Semester geschieht und wie werden die Studierenden beteiligt?

# Sa, 04.04., 16:00 – Schwerpunkt noch offen…

Wie bei den anderen Terminen besteht dann auch hier die Gelegenheit, aktuelle Themen anzusprechen oder die Impulse aus den vorherigen Themengespräche weiter zu verfolgen.


2. Berichte von unseren bisherigen Videokonferenzen

# Di, 24.03., 16:00 – Schwerpunkt: Soziale Fragen: Hiwi-Verträge + BAföG

Am Dienstag, den 24. März fand zwischen 16:00 und 18:45 Uhr die erste der Schwerpunkt-Videokonferenz des AK Lehre und Lernen (LeLe) statt. Thema war die soziale Dimension – vor allem Hiwi-Verträge und BAföG – und  was damit zusammenhängt. An der VidKo nahmen auch die Sozialreferent*innen und ein Mitglied des Vorstands der Landesstudierendenvertretung teil.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier eine kurze Zusammenfassung dessen, worüber gesprochen und beraten wurde:

HiWi-Verträge

Es gibt ein Rundschreiben der Uni, wonach grundsätzlich keine neuen HiWi-Verträge geschlossen werden sollen. Neuverträge sollen nur bei Projektmitteln (Drittmitteln) geschlossen, ansonsten bestehende Verträge verlängert werden. Unklar ist, ob das von der Uni oder vom Land ausgeht.

Das ist aus unserer Sicht problematisch:

  1. Drittmittelstellen sind eher in der Forschung angesiedelt. In vielen Fällen ist der Besuch von Lehrveranstaltungen nicht möglich ohne die Unterstützung durch Hiwis (wie z.B. Tutor*innen). Auch – gerade – ein digitales Semester muss vorbereitet werden, und zwar jetzt.
  2. Wer mit einem Vertrag gerechnet hat, kann sich jetzt nicht mehr finanzieren. Warum sollen die Leute bevorzugt werden, deren Vertrag über Projekte läuft? Was kann man dagegen tun? Kann man über Drittmittel Verträge schließen und hinterher auf Institutsmittel umbuchen?
  3. Das betrifft auch Qualitätssicherungsmittel (QSM), die ab 1. April laufen, und auch dort Neuverträge. Ein Spezialproblem sind z.B. Mittel für Bibliotheksaufsichten, weil die Bibliotheken gerade geschlossen haben. QSM verfallen aber, wenn sie nicht abgerufen werden, und sind zweckgebunden. Man kann sie nicht so einfach umwidmen.

Einstellungen für April klappen vermutlich aber ohnehin bald nicht mehr, da die Verträge nicht mehr rechtzeitig ans LBV kommen und in der Verwaltung auch viele Leute aufs Homeoffice umgestiegen sind. Es hängt auch sehr von den Instituten ab. Dort sitzen teils Notdienste, die nicht unterschriftsberechtigt sind.

Wir fragen uns, warum nicht hier, wie in anderen Bereichen, flexibel mit der Situation umgegangen werden und ggf. auf Originalunterschriften verzichtet werden kann. Wenn die Verträge nicht klappen, bricht die Lehre zusammen. Das scheint nicht allen klar zu sein…

  • Wie sieht es in anderen Städten/Bundesländern aus? – zuständigen Stellen sollten kontaktiert werden
  • Bei der Videokonferenz am Samstag soll bei den FSen nachgefragt werden, wie es bei ihnen aussieht.
  • Kann das Land evtl. die Laufzeit der QSM verlängern. FSen sollen informiert werden, wie man QSM ggf. umwidmen kann.
  • Wie sieht es eigentlich beim StuWe aus mit den Verträgen?
BAföG

Aktuell ist die Entwicklung noch sehr dynamisch und es gibt widersprüchliche Informationen. Was vom Ministerium kommt, ist noch vage, z.B. in der Corona-Pressemitteilung vom 13. März. Demnach wird BAföG gezahlt, auch wenn kein Lehrbetrieb stattfindet. Allerdings ist unklar, was ist, wenn es Online-Angebote gibt: Muss man die nutzen? Was ist, wenn man sie technisch nicht nutzen kann? Oder wenn man weniger Leistungen erbringen kann als vorgesehen – wird dann das Semester voll gezählt oder anteilig? Und wer soll den Verwaltungsaufwand stemmen, das zu prüfen? Erste Erfolge gibt es aber auch: Corona-Dienste von Medizin-Studierenden [LINK] werden nicht, zumindest nicht voll, aufs BAföG angerechnet. (Die Website des Heidelberger Studierendenwerks ist übrigens noch nicht sehr aktuell, das könnte verbessert werden. – Update: StuWe hat aktualisiert)

Prüfungen

Natürlich kam auch das Thema Prüfungen auf – auch wenn das eigentlich erst in der Videokonferenz am Samstag um 16:00 Uhr Thema sein wird. Gerade im Zusammenhang mit dem BAföG stellte sich die Frage, was mit den Bereichen ist, in denen keine digitale Lehre möglich ist. Viele Praktika in den Naturwissenschaften kann man nicht online durchführen – und einige Lehrende können ihre Lehre auch nicht von heute auf morgen online anbieten.

Während man fürs BAföG bundesweite Regelungen treffen könnte, sind viele andere Sachen nicht zentral geregelt. So sehen einige Prüfungsordnungen der Uni Heidelberg vor, dass man den Prüfungsanspruch verliert, wenn man die Prüfungen nach einer bestimmten Zeit nicht ablegt, z.B. in Chemie. Andere Prüfungen sind landes- oder bundesweit geregelt.

Man kann auch nicht erwarten, dass alle über die technischen Voraussetzungen verfügen, an einer Online-Veranstaltung teilzunehmen. Gleichermaßen kann man auch nicht ohne weiteres von Präsenz-Studierenden verlangen, sich vollends auf eine Online-Lehre umzustellen. Dann hätten sie sich ja gleich an einer Fern-Uni einschreiben können…

Es wäre einfacher, das Sommersemester 2020 pauschal nicht anzurechnen – und sich zu freuen, wenn viele Leute dennoch Punkte machen können. Das nächste Semester darf und soll niemandem Schaden bringen.

Ein Problem sind Kurse, die nur jahresweise bzw. nur im Sommersemester angeboten werden. Das muss durch Zusatzangebote im Wintersemester aufgefangen oder bei Fristen berücksichtigt werden. Auch hier sind Naturwissenschaften oder Sprachen vermutlich härter betroffen als Fächer, die eher „buchlastig“ sind.

In Medizin wird es Änderungen geben, vor allem, dass die Leute schnell in die Praxis gehen (siehe etwa hier).

Es sollte vor allem denen geholfen werden, die fertig werden wollen. Wenn es also z.B. zu wenig Plätze in Kursen gibt oder Praktikumsplätze wegfallen, dann sollten diejenigen, denen womöglich nur noch ein Kurs fehlt, vorrangig in diese Kurse kommen.

Freilich dürfen die Probleme und die Tatsache, dass das Semester nicht gewertet wird, nicht als Entschuldigung dazu dienen, dass sich Lehrende zurückziehen und sich nicht um Digitalisierung kümmern.

Zum Austausch von Anregungen zur digitalen Lehre ist der Austausch, auch auf Landesebene, zwischen Hochschulen und Fächern wichtig.

Auch hier ist der Infofluss in den Fakultäten sehr unterschiedlich.

Sonstiges
  • Offenbar gibt es Arbeitgeber*innen, die problematische Auflösungsverträge machen.
  • Das Notlagenstipendium des StuRa kann derzeit digital beantragt werden. Allerdings kann das Notlagenstipendium nur vorübergehend gezahlt werden.
  • Die Rechtsberatung des StuRa kann telefonisch in Anspruch genommen werden.
  • Es soll eine weitere Videokonferenz zur Situation der ausländischen Studierenden geben.
  • Die Studiengebühren für Internationale Studierende werden evtl. ausgesetzt.
Interessante Links

3. Ihr habt bereits vor den Konferenzen Ideen?


4. Infos der Verfassten Studierendenschaft

Wenn ihr noch mehr Infos und mitdiskutieren wollt
Gerade unter den aktuellen Umständen könnt ihr auch die Tools der Verfassten Studierendenschaft wie Etherpads,Videokonferenzen und die Cloud nutzen.
Derzeit entstehen Seiten mit Übersichten zu den Tools.
Auf Nachfrage bei der EDV (edv@stura.uni-heidelberg.de) erhaltet ihr schon jetzt Informationen und Zugänge.
Falls wir euer Interesse geweckt haben, findet ihr uns zu den Sitzungsterminen
Liebe Grüße und viel Gesundheit wünscht